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Ausflug: St. Gilles - Gimeaux - Arles - Albaron - St. Gilles

Westlich von Arles liegt St.Gilles, eine Kleinstadt zwischen den Kanälen „Bas-Rhone-Languedoc“ und „Rhone à Sète“, nahe der Petit Rhone. Gegründet wurde St. Gilles schon im 8. Jahrhundert. Im 12. Jahrhundert war St. Gilles mit der Abteikirche ein bedeutender Wallfahrtsort. Noch heute gilt die Fassade der Kirche als bedeutendstes Werk der provencalischen Romanik.

Über Salier und Gimeaux radeln wir auf kleinen, sehr verkehrsarmen Straßen mitten durch die Camargue nach Arles. Den schlechten Treidelpfad entlang der Petit Rhone vermiesen uns vollends Heerscharen von Schnaken. Nur kurz ist unser Aufenthalt in Arles, schließlich kommen wir in ein paar Tagen wieder nach Arles. Die Mittagszeit verbringen wir im Espace Van-Gogh. Die Rückfahrt auf der D 570, die zum Teil mit einem Radstreifen versehen ist, führt uns am Camargue-Museum vorbei. Hier kann man sich informieren über die Geschichte, das Leben der Bewohner und über Fauna und Flora. Über Albaron kommen wir zurück nach St. Gilles.


St. Gilles - Aigues-Mortes

Auf der D 179 verlassen wir St. Gilles, passieren die “Ecluse de St. Gilles” und radeln bis La Fosse parallel zur Petit Rhone. Weiter geht es auf der D202, die sich bis zur Pont de Syvéreal wie die Petit Rhone schlängelt. Dann geht es auf der D58 über Montcalm nach Aigues Mortes.

Auch Aigues Mortes („Tote Wasser“) ist von Mönchen gegründet worden. König Philipp der Kühne ließ die sehr sehenswerte Stadtmauer errichten. Sie bildet ein rechteckiges Parallelogramm mit 1640 Metern Umfang, 20 Türmen und 10 Toren. Der Rundgang auf der Stadtmauer ist obligatorisch. Von oben gut zu sehen ist die schachbrettartige Anordnung von Straßen und Bebauung, mitten drin die Kirche Notre-Dame-des-Sablons aus dem 13. Jahrhundert. Der Tour de Constance, außerhalb der Stadtmauer, wurde zum Schutz des Hafens erbaut.

Heute hat der Hafen nur noch für Ausflugsschiffe und Touristen Bedeutung. Ursprünglich war er Zugang zum Mittelmeer und über ihn wurden Salz und Wein verschifft. Die Meersalzgewinnung hat auch heute noch eine große Bedeutung; neunzig Prozent des französischen Bedarfs werden in den Salinen von Aigues-Mortes und Salin de Giraud gewonnen.


Ausflug Aigues-Mortes

Unser Ausflug führt uns in die Sumpf- und Lagunenlandschaft Aigues-Mortes. Zuerst auf kleinen Straßen, später auf Feldwegen radeln wir zum Fort de Peccais, einer Ruine am Kanal Peccais. Weil weite Flächen als Naturschutzgebiet ausgewiesen sind, sind viele Wege für uns gesperrt. Immerhin können wir schon die ersten wild lebenden Flamingos beobachten.


Aigues-Mortes - St. Maries de la Mer

Von Aigues-Mortes nach St. Maries-de-la-Mer führt auf fast bekannten Wegen über Montcalm auf der D 58 zur Pont de Syvéreal und weiter auf der D85 entlang der Petit Rhone bis zur Bac de Sauvage. Nach dem Uferwechsel fahren wir auf der stark befahrenen, aber mit Radstreifen ausgestatteten D 38 nach St. Maries.

St. Maries ist heute ein bekannter Badeort. Seine Wurzeln liegen allerdings in der Landung mehrerer heiligen Marias und ihrer Dienerin Sarah aus Palästina, wovon Maria Salome, Maria Jakobäa und Sarah im späteren St. Maries verbleiben. Damit ist St. Maries über die Jahrhunderte hinweg bis heute zu einem bedeutenden Wallfahrtsort geworden, sowohl für die Christenheit als auch die Sinti und Roma. Deshalb bildet die Wallfahrtskirche den Mittelpunkt des umtriebigen Ortes. Nicht versäumen sollte man, auf das Dach der Kirche zu steigen: man hat einen guten Blick über die Stadt, das Meer und die umliegenden Sumpfgebiete. Im Inneren der Kirche finden sich die Statuen der Marien; in der Krypta die Statue der Sarah, die in den jeweiligen Prozessionen durch den Ort getragen werden.


Ausflug: St. Maries de la Mer - Salin de Giraud - St. Maries de la Mer

Unser Ausflug führt uns direkt am Meer entlang; durch Verwehungen des Sandes ist der Weg mitunter schwer zu finden. In der Nähe des Leuchtturms „Phare de la Gacholle“ sehen wir größere Kolonien von Flamingos. Der weitere Weg wird etwas besser, bald stoßen wir auf die D 36c und fahren nach Salin-de-Giraud. Salin wird „beherrscht“ durch die Salinen am südlichen Ortsrand. Sehenswert ist das kleine Salinenmuseum; es werden aber auch Führungen durch die Salinen angeboten.

Zurück in St. Maries lassen wir uns den Parc Ornotholique nicht entgehen: hier kann man alles bewundern, was die Camargue an Fauna und Flora zu bieten hat.


St. Maries de la Mer - Arles

Nach heftigen Regenfällen ist der ursprünglich gedachte Weg von St. Maries über die „Domaine de Mejanes“ unpassierbar. Dort werden Stiere gezüchtet und auch der landestypische, unblutige Camarguaise-Stierkampf gezeigt. Wer will, kann sich auf einer Bimmelbahnfahrt durch die Domaine über Fauna und Flora der Camargue informieren lassen.

Unser Weg führt über das Chateau-d´Avignon, Albaron und Gimeaux nach Arles. Unser Blick aus dem Hotelfenster fällt auf die Arena; in unmittelbarer Nähe ist das römische Theater. Arles war schon im 6. Jahrhundert v. Chr. eine keltische Siedlung, später dann griechisches Handelskontor. Die vielen erhaltenen Bauwerke zeigen die Bedeutung in der Römerzeit. Am Place de la République steht seit dem 12. Jahrhundert die Kathedrale St. Trophine mit dem sehenswerten Kreuzgang. Den alten Stadtkern von Arles zu durchstreifen ist ein absolutes Muss. Belohnung findet man dann in einem der vielen kleinen Restaurants.


Arles - Tarascon

Bei starkem Mistral, der uns aus Norden kommend, kräftig ins Gesicht bläst, radeln wir weiter in Richtung Tarascon. Stadtauswärts auf einer sehr belebten Straße (D 35), später auf kleinen Nebenstraßen nach Tarascon.

Beherrschend sind die Kirche St. Marthe (12. Jahrhundert) und vor allem das im 15.Jahrhundert erbaute Schloss. In ihm kann man schon einen Nachmittag zubringen, nicht nur der Größe wegen. Von den Türmen hat man einen tollen Blick auf die Stadt, die Rhone und das auf der anderen Uferseite gelegene Beaucaire.


Tarascon - St. Gilles

Die Rückfahrt nach St. Gilles führt über Beaucaire. Die Hoffnung am „Kanal Rhone à Sète“ entlang radeln zu können, zerschlägt sich schon in Beaucaire. Der Weg ist einfach zu schlecht. Da könnten die Franzosen noch eine Menge verbessern.

So sind wir auf die Straße (D 38) angewiesen, die parallel zum Kanal bis St. Gilles verläuft. Leider sehr befahren und nur in kurzen Abschnitten mit Radstreifen ausgestattet.



Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 25. Januar 2009 um 17:51 Uhr